
Wenn ich dieses Idyll der ruhenden Booten auf dem See betrachte, an dem ich öfters verweile, kommt mir der Soziologe Hartmut Rosa in den Sinn, dessen Buch "Resonanz" mich gerade begeistert und auch nachdenklich stimmt. Wir kennen den Begriff aus der Musik, aber er geht weit darüber hinaus...
Resonanz ist eine bestimmte Qualität von Begegnung & Bewegung. Wenn wir mit unserer Weltbeziehung, so Rosa, nicht auf vordergründige Harmonie bzw. auf die Kultur eines optimierten Wohlfühlens aus sind, sondern uns tiefer einlassen, beginnt etwas Magisches hin und her zu schwingen. Wir merken das daran, das unser Herz angerührt zu klopfen beginnt oder die Augen feucht werden, der Atem befreit fliesst, manchmal seufzt man unwillkürlich auf. Es ist eine Begegnung mit den wahren, schönen und guten Momenten, nach denen wir uns sehnen, bisweilen auch mit ernsten und schmerzlichen Anteilen, die zu unserem Leben dazugehören und Tiefe verleihen. In Resonanz zu kommen erfüllt einen mit Sinn, Verbundenheit und Vertrauen, fehlt es hingegen daran, tut sich eine innere Leere auf. Was braucht es, um dem zu entkommen, was empfiehlt Rosa? Heraustreten aus dem Hamsterrad des Machens, zumindest ein vorübergehendes Verlangsamen, um der Stimme der äußeren wie auch inneren Natur zu lauschen...
An dieser Stelle kommt mir Bewusstheit durch Bewegung, wie die Feldenkrais-Methode in Gruppen bezeichnet wird, in den Sinn. Hier öffnet sich ein Resonanz-Raum, der uns in einer zeitlosen Zeit verweilen und mit feinen Bewegungen experimentieren lässt. "Wenn wir beweglicher werden, werden wir lebendiger - physisch und psychisch" (Moshe Feldenkrais).
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